Die Barrierebrecher, das inklusive Social-Media-Team des Dominikus-Ringeisen-Werks (DRW), waren Teil eines besonderen Abends im Goldenen Saal des Augsburger Rathauses: Im Rahmen der Verleihung des Elisabeth-Preises der Caritas an Bundeskanzlerin a. D. Dr. Angela Merkel präsentierten sie sich mit ihrer Mutmacher-Geschichte und zeigten, wie soziale Medien zu mehr Sichtbarkeit, Selbstbestimmung und Teilhabe von Menschen mit Behinderungen beitragen können.
Mehr als 400 Gäste aus Kirche, Politik und Gesellschaft waren zum Festakt nach Augsburg gekommen. Der Caritasverband für die Diözese Augsburg zeichnete Angela Merkel mit dem Elisabeth-Preis aus. Mit dem Preis würdigt die Caritas eine Haltung, die Verantwortung für andere Menschen, Menschlichkeit und gegenseitigen Respekt in den Mittelpunkt stellt.
Wie vielfältig diese Werte in der täglichen Arbeit der Caritas und ihrer Einrichtungen mit Leben gefüllt werden, zeigten acht sogenannte „Mutmacher-Geschichten“. Sie gaben Einblicke in ganz unterschiedliche Lebenssituationen und machten deutlich, wie Unterstützung, Begleitung und gelebte Solidarität Menschen neue Perspektiven eröffnen können.
Eine dieser Geschichten stellte die Arbeit der Barrierebrecher vor. Das inklusive Social-Media-Team des DRW lässt auf seinen Social-Media-Kanälen Menschen mit Behinderungen zu Wort kommen. Damit erreichen die Barrierebrecher Menschen weit über das Dominikus-Ringeisen-Werk hinaus. Sie geben Menschen mit Behinderungen ein Gesicht und zeigen dabei, dass Unterschiede selbstverständlich zum menschlichen Zusammenleben gehören. Behinderung ist dabei nur ein Merkmal von vielen.
Die Botschaft der Barrierebrecher fügte sich damit in das zentrale Thema des Abends ein. Angela Merkel betonte in ihrer Dankesrede den Wert gesellschaftlicher Vielfalt: „Ich komme aus der DDR, wo Unterschiede per System verpönt waren.“ Jeder, der sich heute nach einfachen Antworten sehne, sollte sich vor Augen führen, dass Menschen unterschiedlich seien. Das müsse man aushalten. „Diese Unterschiede machen uns reich. Wenn nur noch wenige sagen, wie es richtig ist, dann haben all die anderen nicht mehr viel zu sagen.“ Sie dankte der Caritas und ihren Mitarbeitenden für ihr Engagement. Die Caritas helfe pro Jahr 13 Millionen Menschen in Deutschland.
Sarah Bosetti hatte in ihrer bemerkenswerten Laudatio an Dr. Angela Merkel augenzwinkernd den Wunsch geäußert, sie möge erneut als Bundeskanzlerin kandidieren.
Die Preisverleihung war eingebettet in die Caritas-Aktionstage zur bundesweiten Eröffnung des Caritas-Sonntags mit einem großen Familientag am Moritzplatz und dem Eröffnungsgottesdienst mit Bischof Dr. Bertram Meier.