Die Ursberger Fußballmannschaft war für ein Freundschaftsspiel gegen die Mannschaft des deutschen Parlaments nach Berlin gereist. Auf dem Programm stand auch ein Besuch bei Bundeskanzler Friedrich Merz. Der zeigte sich begeistert und versprach, nach Ursberg zu kommen.
Der Kanzler, gerade erst zurück aus Washington vom Treffen mit US-Präsident Donald Trump, empfing die Delegation gut gelaunt und nahm sich viel Zeit für den Austausch mit Spielern und Verantwortlichen des Dominikus-Ringeisen-Werks (DRW). Im gemeinsamen Gespräch ging es um die vielfältigen Aufgabenfelder der Sozialeinrichtung in der Begleitung von Menschen mit Behinderung. Der Kanzler kündigte an, sich selbst ein Bild vom DRW machen zu wollen und zeigte sich besonders interessiert am Kooperationsprojekt zwischen TU München und DRW zur regionalen Energie- und Rohstoffversorgung. Als Gastgeschenk überreichten die DRW-Vorstände Martin Riß und Michael Winter sowie Generaloberin Sr. M. Katharina Wildenauer CSJ dem Bundeskanzler ein Ulrichskreuz aus Holz, das in den Werkstätten des DRW gefertigt wurde. Außerdem erhielt er eine handgefertigte Tastaturbürste der Bürsten- und Besenmanufaktur in Pfaffenhausen sowie ein Trikot der Fußballmannschaft.
Bereits einen Tag zuvor hatte die Ursberger Fußballmannschaft den sportlichen Höhepunkt der Reise absolviert: Ein Freundschaftsspiel gegen den FC Bundestag im Cantianstadion. Sowohl der Besuch im Kanzleramt als auch das Fußballmatch wurden maßgeblich von Theo Waigel organisiert. Der frühere Bundesfinanzminister, der bis heute in Berliner Kreisen gut vernetzt ist, ließ es sich als Ehrenspielführer der Ursberger Fußballmannschaft nicht nehmen, den symbolischen Anstoß persönlich vorzunehmen. Es war das zweite Spiel dieser Art: Bereits in den 1990er Jahren war das DRW-Team zu Gast in Berlin, ebenfalls in Begleitung von Theo Waigel, der damals noch selbst auf dem Platz stand.
Diesmal überließ der 86-Jährige das Feld den jüngeren Spielern. Und die schenkten sich nichts. Der FC Bundestag trat zu seinem ersten Saisonspiel mit einer starken Mannschaft an. "Die gegnerische Mannschaft hat von Anfang an Tempo gemacht“, sagte Michael Winter, stv. Vorstandsvorsitzender des DRW, der neben dem Geistlichen Direktor Martin Riß selbst die Fußballschuhe geschnürt hatte. Verstärkt wurde das DRW-Team außerdem durch MdB Alexander Engelhard aus Weißenhorn.
Nach einem 2:5-Rückstand zur Halbzeit startete das DRW in der zweiten Hälfte eine Aufholjagd. Trainer Manuel Mair, der sich zwischenzeitlich selbst eingewechselt hatte, verkürzte auf den Endstand von 4:6. Trotz der Niederlage überwog beim Team Dominikus-Ringeisen-Werk die Freude über die besondere Partie: „Wir haben ein intensives, aber jederzeit faires Spiel erlebt. Niemand wurde verletzt, das war eine coole Veranstaltung“, sagte Manuel Mair. Für den passenden Ausklang der Partie sorgte ein zünftiger Abend in der Bayerischen Vertretung.
Mit nach Hause nahmen die Spielerinnen und Spieler der DRW-Mannschaft viele positive Eindrücke und Begegnungen und das Versprechen, dass neben Kanzler Merz auch der FC Bundestag nach Ursberg kommen möchte. Normalerweise mache man keine Auswärtsspiele, sagte der Kapitän des FC Bundestags, MdB Fritz Güntzler. “Aber nach Ursberg, da kommen wir.”
Augsburger Allgemeine: Theo Waigel bringt schwäbische Kicker zum Kanzler