95 Jahre voller Einsatz für andere: Sr. Evangelista Höfer feiert Geburtstag

Die ehemalige Generaloberin der St. Josefskongregation sicherte 1996 mit einer mutigen Entscheidung den Fortbestand des Dominikus-Ringeisen-Werks

Datum: 23. Februar 2026, 8:31 Uhr
Herzlichen Glückwunsch und Gottes Segen zum 95. Geburtstag, Schwester M. Evangelista Höfer CSJ!
Im Juli 2021 erhielt Sr. Evangelista Höfer für Ihre Verdienste das Päpstliche Ehrenzeichen "Pro Ecclesia et Pontifice" aus den Händen von Bischof Bertram Meier.
Die "Geburtsstunde" der kirchlichen Stiftung "Dominikus-Ringeisen-Werk" im Jahr 1996: Bischof Viktor Josef Dammertz (M.) unterzeichnet gemeinsam mit Monsignore Johann Wagner und Sr. M. Evangelista Höfer CSJ das Stiftungsdekret.

Schwester M. Evangelista Höfer CSJ, achte Generaloberin der St. Josefskongregation (1987 - 1999), durfte vor  kurzem ihren 95. Geburtstag feiern. In ihre Amtszeit fiel die Gründung der Stiftung “Dominikus-Ringeisen-Werk” im Jahr 1996. Diese richtungsweisende und mutige Entscheidung sicherte den Fortbestand der Sozialeinrichtung, trotz des Rückgangs der Zahl von Ordensschwestern. Zu ihrem Geburtstag veröffentlichen wir einen Text aus den Mittelschwäbischen Nachrichten von Christian Pagel:

Schwester Evangelista Höfer strahlt eine Wärme aus, die sofort spürbar ist. Mit funkelnden Augen erinnert sie sich an Momente voller Lachen, aber auch an Herausforderungen, die sie gestärkt haben, und man merkt sofort, dass ihre Lebensfreude und Neugier bis heute ungebrochen sind. Zu ihrem 95. Geburtstag erzählt die Ursbergerin von ihrem Leben, von kleinen Streichen, großen Entscheidungen und der Freude, immer wieder Neues anzupacken.

95. Geburtstag in Ursberg: Ein Leben zwischen Schule, Kloster und Glauben
Geboren am 19.2.1931 wuchs Walburga Höfer mit vier Geschwistern in Oberschöneberg auf einem landwirtschaftlichen Betrieb auf. Schnell kommt sie in ihren Erzählungen auf das Schwimmen zu sprechen. Schon als Kind sei sie begeistert ins Wasser gesprungen. Das durfte sie in jungen Jahren aber nur in Begleitung ihrer großen Schwester. „Und wenn ich mich mit ihr mal gestritten hatte, dann ließ sie mich einfach zu Hause sitzen und fuhr allein zum Baden“, berichtet sie schmunzelnd. Bis ins Jahr 2019 nutzte sie gern die Gelegenheit zu diesem Sport, im Urlaub am Ammersee oder in der Schwimmhalle des Ursberger Förderzentrums. Auch diese Geschichte bestätigt sie: „Als junge Schwestern haben wir im Staubecken des Kraftwerks an der Kleinen Mindel gebadet.“

Vom Schwimmbecken bis zur Generaloberin: Der Weg der Schwester Evangelista
Die Zeit nach dem Krieg hatte sie zu den Ursberger Schwestern geführt. Ab 1946 ging sie dort zur Schule, und bald kam die Ansage, sie solle sich im wiedereröffneten Seminar zur Lehrerin ausbilden lassen: „Ich habe das einfach als meine Aufgabe angenommen.“ Jetzt, im hohen Alter, wirkt sie fast erstaunt über ihre Gelassenheit von damals. Im Jahr 1953 trat sie in die St.-Josefskongregation ein und legte 1955 ihre zeitliche Profess ab. Nach dem zweiten Staatsexamen für das Volksschullehramt im Jahr 1957 hatte sie einen Einsatz an der Berufsschule und kam danach zur Blindenhilfsschule in Pfaffenhausen: „Da brauchte ich eine Ausbildung zur Blindenlehrerin.“ Von 1959 bis 1970 war sie dort mit Begeisterung tätig und wechselte dann an die Ursberger Sonderschule. Hier hatte sie von 1972 bis 1987 die Schulleitung des Förderzentrums für geistig Behinderte inne – bis zu ihrer Wahl zur achten Generaloberin der St.-Josefskongregation. In ihre Amtszeit fiel die von ihr vorangetriebene Überführung der Behinderteneinrichtung in die Stiftung Dominikus-Ringeisen-Werk. Rechtzeitig hatte sie erkannt, dass die kleiner und älter werdende Schwesternschaft die Managementaufgaben nicht mehr allein würde bewältigen können.

Im Jahr 1999, nach zwei Wahlperioden als Klosterchefin, wandte sie sich mit 68 Jahren, wo andere im Ruhestand sind, einer neuen Aufgabe zu: dem religionspädagogischen Dienst. Lebhaft erzählt sie von den Frauen, die sie im Haus St. Martha betreut hat: „Viermal bin ich mit einer kleinen Gruppe zum Wallfahrtsort Lourdes gefahren.“ In ihrer fürsorglichen Art war sie auch Vorbild für Mitarbeitende. Auf die Frage, ob sie sich angesichts ihres Namens als Evangelistin fühle, zögert sie. Doch es ist zu spüren, wie sehr ihr die Verkündigung und das Vorleben der Frohen Botschaft am Herzen liegen. Zur Namensgebung berichtet sie mit einem Augenzwinkern, dass es vor ihrer Zeit eine Schwester Evangelista gab, die das Kloster bald wieder verlassen hat: „Ich habe es nicht als schlechtes Zeichen gewertet. Und tatsächlich bin ich ja auch noch da.“ 2021 hat sie für ihre Verdienste das Päpstliche Ehrenzeichen „Pro Ecclesia et Pontifice“ aus den Händen von Bischof Bertram erhalten. Sie, die sich immer wieder mit Freude neuen Aufgaben gestellt hat, freut sich heute, dass es ruhiger zugeht, besucht die Gottesdienste und ist auch sonst gern zum Beten in der Kapelle von St. Salvator. „Gebetsanliegen gibt es wahrhaft genug in dieser Welt“, lautet ihr Resümee.

Text: Christian Pagel
Rückblick im Videointerview 2021: Sr. Evangelista erinnert sich an die Gründung der Stiftung

Beitrag teilen:

Weitere Beiträge

Lesen Sie weitere spannende Beitrage aus dem DRW