„Eine Bereicherung für den Markt Meitingen“

Wohnangebot für Menschen mit erworbener Hirnschädigung offiziell eröffnet
Datum: 29. April 2026, 11:48 Uhr
Bewohner Ralph Kienzle (l.), Gruppenleiterin Nadine Bürle und Architekt Ulli Sommersberger bei der "Schlüsselübergabe"
Segnungsfeier für das neue Haus St. Raphael in Meitingen
Martin Riß (DRW Vorstandsvorsitzender), Stefan Dörle (Inklusionsbeauftragter Bezirk Schwaben), Einrichtungsleiterin Sybille Schmöger, Gruppenleiterin Nadine Bürle, Architekt Ulli Sommersberger, Regierungspräsidentin Barbara Schretter, Bürgermeister Dr. Michael Higl, Michael Winter (stv. Vorstandsvorsitzender DRW) (v.l)

Meitingen / 29. April 2026 Mit der feierlichen Segnung des neuen Hauses St. Raphael in Meitingen schließt das Dominikus-Ringeisen-Werk (DRW) ein wichtiges Bauprojekt ab. In zentraler Lage mitten im Ort ist ein modernes Wohnangebot entstanden, das Teilhabe, Selbstständigkeit und individuelle Unterstützung verbindet. Das Haus St. Raphael bietet im gemeinschaftlichen Wohnen 24 Plätze für Menschen mit erworbener Hirnschädigung. Zusätzlich gibt es im Haus neun Apartments für Ambulant Betreutes Wohnen. Bürgermeister Dr. Michael Higl bezeichnete das Projekt als „Bereicherung für unseren Ort“.

Higl betonte die Bedeutung des Hauses für die Gemeinde: „Ein Zuhause entsteht nicht allein durch Architektur und Steine, sondern durch die Menschen, durch gute Stimmung und ein gelebtes Miteinander. Besonders wichtig sei ihm, dass das Zusammenleben von Menschen mit und ohne Behinderung hier konkret gelebt werde. „Das abstrakte Wort Inklusion bekommt hier ein Gesicht. Menschen, die Unterstützung brauchen, geben mit ihrer Lebensfreude viel zurück.“ Auch Regierungspräsidentin Barbara Schretter würdigte das Projekt als gelungenes Beispiel für Inklusion: „Hier ist mitten in Meitingen ein echter Lebensraum entstanden, zentral gelegen, gut erreichbar und individuell auf die Bedürfnisse der Bewohner abgestimmt.“

Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des DRW, Michael Winter, blickte auf die herausfordernde Zeit der Planungs- und Bauphase zurück: „Mit ersten Überlegungen haben wir bereits vor 2017 begonnen, der Bauantrag folgte 2020. Die Bauzeit war geprägt von Corona-Pandemie, Ukraine-Krieg, Kostensteigerungen in Höhe von rund 20 Prozent und weiteren Hürden. Umso mehr freuen wir uns, dass dieses Haus nun Realität geworden ist und sich alle hier wohl fühlen.“ Insgesamt habe das DRW rund neun Millionen Euro in das Projekt investiert. Mit rund 3,5 Millionen Euro aus dem Sonderinvestitionsprogramm „Konversion“ hat sich das Bayerische Sozialministerium für Familie, Arbeit und Soziales mit der Förderbehörde Regierung von Schwaben an dem Projekt beteiligt. Die Mehrkosten trägt das Dominikus-Ringeisen-Werk. 

Michael Winter dankte Regierungspräsidentin Barbara Schretter für die stets unkomplizierte und den Menschen zugewandte Zusammenarbeit. Ferner richtete er seinen Dank an die beteiligten Firmen, Behörden, den Bezirk Schwaben und die Mitarbeitenden des DRW, die mit hohem Engagement maßgeblich zum Gelingen des Projekts beigetragen haben. Besonders hob er die Unterstützung des Marktes Meitingen mit Bürgermeister Dr. Michael Higl hervor. Der Ort sei seit vielen Jahren ein Leuchtturm für die Projekte des DRW. In Meitingen gibt es neben dem Haus St. Raphael mehrere betreute Wohngruppen und eine Werkstatt für Menschen mit Behinderung.

Stefan Dörle, Inklusionsbeauftragter des Bezirks Schwaben, bezeichnete das Projekt als weiteren Meilenstein in der Versorgung von Menschen mit Schädel-Hirn-Verletzungen und informierte über eine steigende Zahl an Neuerkrankungen. Umso wichtiger seien entsprechende Angebote für diesen Personenkreis, der in der Betreuung und Unterstützung durchaus komplex sei. „Für die Betroffenen ändert sich aufgrund eines Schlaganfalls oder eines Schädel-Hirn-Traumas das Leben meist radikal und innerhalb kürzester Zeit.“ In der Betreuung gehe es deshalb um eine Arbeitsbeziehung auf Augenhöhe, die geprägt sein müsse von Empathie, Vertrauen und Respekt.“ Auch er dankte den Mitarbeitenden: „Sie leisten hier eine wertvolle und wichtige Arbeit.“

Derzeit leben 14 Personen in der Wohneinrichtung. Aufgrund der hohen Nachfrage wird laut Einrichtungsleiterin Sybille Schmöger in den kommenden Wochen die zweite Wohneinheit eröffnen. „Dafür suchen wir aktuell pädagogische Fachkräfte“, so Schmöger.

Das Projekt wurde gefördert von

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