Dominikus-Ringeisen-Werk unterstützt nach Insolvenz

Neue Wohnplätze für Menschen mit Behinderung aus der Wohn- und Pflegeoase Dillishausen
Datum: 10. Juni 2026, 11:17 Uhr
Das Dominikus-Ringeisen-Werk in Pfaffenhausen im Unterallgäu: Unter anderem sind Menschen mit Behinderung aus der Wohn- und Pflegeoase Dillishausen untergekommen.

Dillishausen / Ursberg / 10. Juni 2026 – Nach der Insolvenz der Trägerwerk Soziale Dienste in Bayern gGmbH (TWSD Bayern) und der damit verbundenen Schließung der Wohn- und Pflegeoase Dillishausen hat das Dominikus-Ringeisen-Werk (DRW) innerhalb kurzer Zeit sieben Menschen mit Behinderung aus der betroffenen Einrichtung aufnehmen können. Durch die Bereitstellung von sieben Wohnplätzen konnte eine drohende Versorgungslücke vermieden und die Anschlussversorgung sichergestellt werden. Bereits 2024 hatte das DRW sieben Menschen aus der Einrichtung aufgenommen.

Die Wohn- und Pflegeoase Dillishausen, die von der Trägerwerk Soziale Dienste in Bayern gGmbH (TWSD Bayern) betrieben wurde, betreute erwachsene Menschen mit schweren geistigen und körperlichen Mehrfachbehinderungen sowie einem hohen Unterstützungs- und Pflegebedarf. Von der Insolvenz der Einrichtung waren insgesamt 18 Bewohnerinnen und Bewohner mit schwersten Mehrfachbehinderungen betroffen.

Schnelle Anschlussversorgung für sieben Menschen

Für die betroffenen Menschen mit Behinderung mussten innerhalb weniger Wochen neue Wohn- und Betreuungsangebote in kontinuierlicher Absprache mit den zuständigen Leistungsträgern und Angehörigen gefunden werden. Das DRW hat hierzu intensiv nach Lösungen gesucht, die vorhandenen Kapazitäten an verschiedenen Standorten geprüft und die Koordination der Anfragen übernommen. Schließlich konnten zwei Personen in Ursberg, drei in Pfaffenhausen und zwei in Augsburg untergebracht werden. Für eine weitere Person liegt bereits eine Aufnahmezusage vor. „Jede Neuaufnahme ist ein komplexer Vorgang, der eine enge und interdisziplinäre Abstimmung zwischen den Beteiligten erfordert. Dennoch ist es gelungen, innerhalb weniger Wochen nachhaltige Perspektiven für die Betroffenen zu schaffen“, sagt Christina Settele, Leitung des Referats Anfragekoordination und Beratung im DRW.

Hoher organisatorischer Aufwand innerhalb weniger Wochen

Die Aufnahme von Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf erfordert umfangreiche Vorbereitungen und ist mit einem hohen organisatorischen Aufwand verbunden. Neben der Organisation von Hilfsmitteln, Spezialbetten und Medikamenten müssen die individuellen Pflege- und Betreuungsbedarfe berücksichtigt und die bestehenden Tagesstrukturen und Beschäftigungsangebote fortgeführt werden. In einzelnen Fällen erfolgte die Aufnahme nur wenige Arbeitstage vor der Schließung der bisherigen Einrichtung.

„Gerade in solchen Situationen zeigt sich, wie wichtig leistungsfähige und verlässliche Trägerstrukturen in der Eingliederungshilfe sind. Unser Ziel ist es, Wohn- und Betreuungsangebote für Menschen mit Behinderung zu organisieren und zu sichern, ohne dass es zu langen Übergangszeiten oder zusätzlichen Belastungen für Bewohnerinnen und Bewohner sowie Angehörige kommt“, erklärt Michael Winter, stellv. Vorstandvorsitzender im DRW. „Durch die Aufnahme von sieben Bewohnerinnen und Bewohnern hat das Dominikus-Ringeisen-Werk eine drohende Versorgungslücke in Schwaben verhindert und die weitere Betreuung und Versorgung der betroffenen Menschen sichergestellt“, so Winter weiter. Außerdem habe das DRW dem TWSD Bayern angeboten, für die Mitarbeitenden bei entsprechender Eignung eine berufliche Perspektive zu entwickeln.

Herausforderungen für die Eingliederungshilfe

Dieser Fall verdeutlicht laut Michael Winter auch die Herausforderungen, mit denen viele Einrichtungen und Leistungserbringer der Eingliederungshilfe aktuell konfrontiert sind. Steigende Personal- und Sachkosten sowie der Mangel an qualifizierten Fachkräften gefährden die wirtschaftliche und personelle Stabilität vieler Wohn- und Betreuungsangebote für Menschen mit Behinderung. Menschen mit komplexem Unterstützungsbedarf haben einen gesetzlichen Anspruch auf Versorgung. Allerdings sind geeignete Wohn- und Betreuungsplätze in der Region nur begrenzt verfügbar.

Zusammenarbeit bereits 2024

Christina Settele ergänzt, dass bereits in der zweiten Jahreshälfte 2024 eine Anfrage zur Aufnahme weiterer Menschen mit Behinderung von der Wohn- und Pflegeoase Dillishausen beim DRW eingegangen war. Hintergrund war die damals bereits geplante Schließung einer Wohngruppe zum Jahresende. Das DRW stellte frühzeitige Kontakte her und konnte so 2024 und 2025 insgesamt sieben Menschen mit Behinderung eine neue Wohn- und Lebensperspektive bieten. Da die Einrichtung zu diesem Zeitpunkt nur einen Teilbereich schließen musste, konnten die Anfragen mit mehr Vorlauf und unter weniger Zeitdruck geprüft und die Aufnahmen organisiert werden. Mit den aktuell neu aufgenommenen Bewohnern hat das DRW somit insgesamt 14 Bewohnerinnen und Bewohner der Wohn- und Pflegeoase Dillishausen einen neuen Lebensmittelpunkt mit adäquater Betreuung, Pflege und Tagesstruktur ermöglicht.

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