Dominikus-Ringeisen-Werk informiert über Vorwürfe und eingeleitete Maßnahmen in einer Wohneinrichtung

Aufsichtsbehörden stellten bei mehreren Prüfungen eine durchgehend gute Wohn- und Betreuungsqualität fest
Datum: 01. Juli 2026, 18:50 Uhr

Ursberg / 2. Juli 2026 - In einer Wohneinrichtung des Dominikus-Ringeisen-Werk (DRW) wurden Vorwürfe zu möglichen Gewaltanwendungen gegenüber Klientinnen und Klienten sowie zu pflegerischen Mängeln erhoben. Das DRW hat die Sachverhalte den zuständigen Aufsichts- und Ermittlungsbehörden gemeldet, intern geprüft und aufgearbeitet. Mehrere Prüfungen der zuständigen Aufsichtsbehörden ergaben dazu keine Beanstandungen. 

Erstmals Anfang Juli 2025 hatten Mitarbeitende einer Wohneinrichtung Hinweise auf vermeintliche pflegerische Mängel sowie mögliche Gewaltanwendungen bei der Versorgung von Klientinnen und Klienten an die zuständige Einrichtungs- und Gesamtleitung des DRW gemeldet. In der betreffenden Wohneinrichtung werden schwerst- und mehrfach behinderte Menschen betreut. Da die Klientinnen und Klienten eigen- und fremdgefährdendes Verhalten zeigen, werden in der Einrichtung auch freiheitsentziehende Maßnahmen angewandt. Diese waren und sind in jedem Einzelfall richterlich genehmigt. 

Aufsichtsbehörden prüfen umfassend und bescheinigen eine konstant gute Wohn- und Betreuungsqualität 
Das DRW hat die Vorwürfe und Hinweise beim Bekanntwerden an die zuständigen Aufsichtsbehörden, insbesondere die Heimaufsicht (FQA), die Sozialverwaltung des Bezirks Schwaben und die zuständige Polizeidienststelle weitergeleitet. Die Aufsichtsbehörden prüften die Betreuungseinheit mehrfach und umfassend vor Ort, jeweils ohne tatsächlich feststellbare Betreuungsmängel. Auch intern wurden die Hinweise durch den Präventions- und Interventionsbeauftragten des DRW geprüft und Gespräche mit sämtlichen Beteiligten geführt. Teilweise haben Mitarbeitende dabei in Fällen, in denen sich die Vorwürfe nicht bestätigten, neue Vorwürfe erhoben. Auch diesen Vorwürfen wurde nachgegangen.

Im weiteren Verlauf erstatteten Mitarbeitende Strafanzeigen gegen Kolleginnen und Kollegen. Teilweise wurden dabei auch innerhalb des Teams gegenseitige Vorwürfe erhoben. Die Polizei hat hierzu Ermittlungen aufgenommen. Diese sind derzeit noch nicht abgeschlossen. Das DRW hat Akteneinsicht beantragt, die Ermittlungsakten bislang jedoch noch nicht einsehen können.

DRW erstattet Strafanzeige wegen Vortäuschung einer Straftat
Darüber hinaus wurde eine Leitungskraft durch die heimliche Tonaufzeichnung eines Personalgesprächs sowie durch die Weitergabe dieser Aufnahme an verschiedene Personen in ihren Persönlichkeitsrechten verletzt. Dem betreffenden Mitarbeitenden wurde daraufhin gekündigt. Neben der Einleitung von strafrechtlichen Schritten erfolgte eine Meldung an die Datenschutzbehörden.

Im Zusammenhang damit wurde dem DRW unter anderem mit öffentlichkeitswirksamen Schritten gedroht, worüber das DRW wiederum alle Aufsichtsbehörden umgehend in Kenntnis gesetzt hat. In diesem Kontext wurden von dem DRW unbekannten Personen private Daten von Mitarbeitenden ohne deren Zustimmung an Medienvertreter übermittelt, welche die Mitarbeitenden dann kontaktierten. Die betroffenen Mitarbeitenden haben den Dienstgeber über dieses Vorgehen informiert.

DRW reagiert mit personeller Unterstützung und Vorsorgemaßnahmen
Um die Situation in der Einrichtung zu stabilisieren, hat das DRW personelle Unterstützung organisiert und zusätzliche Vorsorgemaßnahmen umgesetzt. Dazu zählen Umstrukturierungen innerhalb der Wohneinrichtung, Schulungsmaßnahmen sowie die Einsetzung einer neuen Teamleitung im Oktober 2025, die über eine langjährige Führungs- und Praxiserfahrung in der Betreuung von Menschen mit komplexen Behinderungen verfügt. 

Die Angehörigen sowie die gesetzlichen Betreuerinnen und Betreuer wurden über die bekannt gewordenen Sachverhalte persönlich informiert. Das DRW hat zudem die eingeleiteten Maßnahmen erläutert. Freifrau Johanna Schenk von Stauffenberg und Michael Adler, jeweils Eltern von Bewohnern, die in der betreffenden Wohneinrichtung in Ursberg betreut werden und die als Beiräte beim Heim für diese Einrichtung fungieren, haben sich dabei gegenüber dem DRW zu der aktuellen Situation wie folgt geäußert: „Wir fühlen uns seitens der Verantwortlichen beim DRW gut informiert. Wir sind mit der Betreuung von Menschen mit zum Teil hochkomplexen Behinderungen sehr zufrieden und haben jederzeit Zugang zu allen Informationen, die für uns relevant sind.“ 

Nach den bislang vorliegenden Ergebnissen der zuständigen Aufsichtsbehörden, insbesondere der FQA im Landkreis Günzburg, konnten keine Betreuungs- oder Pflegemängel festgestellt werden. Das DRW unterstützt die laufenden Ermittlungen der zuständigen Behörden weiterhin umfassend. Die Betreuung der Klientinnen und Klienten erfolgt derzeit im regulären Einrichtungsbetrieb.

„Der Schutz und die Würde der uns anvertrauten Menschen haben für uns hohe Bedeutung. Nach Bekanntwerden der Hinweise haben wir umgehend die Heimaufsicht (FQA) sowie die zuständigen Behörden informiert. Wir unterstützen die laufenden behördlichen Ermittlungen und arbeiten mit den zuständigen Stellen konstruktiv zusammen, um zur Aufklärung des Sachverhalts beizutragen“, sagt Wolfgang Tyrychter, zuständiger Ressortvorstand des DRW. Wir werden die Öffentlichkeit über die weitere Entwicklung und die Ergebnisse informieren.

Investigativreporter der Zeitung DIE WELT recherchieren
Derzeit recherchiert mit einem Team von Investigativreportern aus Berlin die Zeitung DIE WELT zu diesen Vorwürfen, dies vermutlich aufgrund von Hinweisen von ehemaligen Mitarbeitenden. Da mehrere Mitarbeitende telefonisch persönlich oder über Kurznachrichtendienste kontaktiert wurden und dies uns als sehr belastend und irritierend gemeldet haben, haben wir den direkten Kontakt zu den Journalistinnen und Journalisten gesucht und sie zu einem persönlichen Gespräch nach Ursberg eingeladen, um unbeteiligte Mitarbeitende zu schützen.

Ihre Ansprechpartnerin:
Dominikus-Ringeisen-Werk
Referat Öffentlichkeitsarbeit
Dr. Ines Heinrich
08281 92-2075
ines.heinrich@drw.de
www.drw.de

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