Ein Dach, das Freude macht

Aus Lehrprojekt wird neuer Treffpunkt: Zimmerer-Nachwuchs baut Begegnungsort für Haus Betanien

Datum: 13. August 2026, 9:43 Uhr
Schüler und Schülerinnen des Berufsgrundschuljahres (BGJ) Zimmerer der Berufsschule Günzburg errichteten gemeinsam mit Fachoberlehrer Matthias Rogg (2. v. r.) eine überdachte Sitzgelegenheit für das Haus Betanien im Dominikus-Ringeisen-Werk. Über die neue Bank freuen sich Senioren der Seniorenstätte St. Maria sowie die Initiatorinnen Karin Harder (4. v. l) und Kathrin Fink (6. v. l.).

Ursberg / 13. August 2026 – Wo sich früher ein in die Jahre gekommener Unterstand befand, lädt heute ein neuer Treffpunkt zum Verweilen ein. Schülerinnen und Schüler des Berufsgrundschuljahres (BGJ) Zimmerer der Staatlichen Berufsschule Günzburg, haben auf der Terrasse vor dem Haus Betanien im Dominikus-Ringeisen-Werk (DRW) eine überdachte Sitzgelegenheit errichtet. Das Besondere: Das Bauwerk dient nicht nur als windgeschützter Aufenthaltsort. Künftig bietet es auch den Figuren der Häschenschule im Frühjahr sowie der Heiligen Familie in der Advents- und Weihnachtszeit ein Zuhause.

Echte Baustellensituation als Bestandteil des Praxisunterrichts

Der bisherige Unterstand war über die Jahre instabil geworden und musste ersetzt werden. Gesucht wurde jedoch keine Standardlösung, sondern ein Bauwerk, das verschiedene Anforderungen miteinander verbindet. Die neue Sitzbank mit Überdachung sollte den Bewohnerinnen und Bewohnern der Wohneinrichtungen St. Maria und St. Anna/ St. Elisabeth einen geschützten Platz für Begegnungen schaffen. Gleichzeitig sollte sie flexibel für saisonale Dekorationen genutzt werden. Für die angehenden Zimmerer wurde daraus ein praxisnaher Kundenauftrag. Insgesamt 24 Schülerinnen und Schüler, 22 Jungen und zwei Mädchen, setzten das Projekt unter der Leitung von Fachoberlehrer und Zimmerermeister Matthias Rogg im Rahmen ihres Praxisunterrichts um. Gearbeitet wurde in zwei Gruppen an jeweils zwei Tagen direkt vor Ort. „Es ist wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler nicht nur den Unterricht in der Schule erleben, sondern auch eine echte Baustellensituation kennenlernen – von der Planung bis zum fertigen Produkt“, erklärt Matthias Rogg. Solche Projekte seien ein fester Bestandteil des Praxisunterrichts. Jedes Jahr entstehen dabei ein bis zwei Bauwerke für soziale Einrichtungen oder Vereine.

„Das ist jetzt unser Häusle“

Während gesägt, gehämmert und gebohrt wurde, entwickelte sich die Baustelle zu einem Anziehungspunkt. Besucherinnen und Besucher der Seniorenstätte St. Maria verfolgten die Arbeiten mit großer Aufmerksamkeit. Für viele war es eine willkommene Abwechslung zum Alltag. Die Entstehung des Bauwerks konnte Schritt für Schritt miterlebt werden, ein Erlebnis, das Gespräche anregte und Menschen zusammenbrachte. Initiiert wurde das Projekt von Karin Harder, Mitarbeiterin der Seniorenstätte St. Maria, und deren Leiterin Kathrin Fink. Gemeinsam entstand die Idee eines Begegnungsortes, der weit mehr sein soll als ein Unterstand. Wie gut das gelungen ist, brachte eine Bewohnerin auf den Punkt: „Das ist jetzt unser Häusle! Da kann man hinsitzen und ratschen.“ Genau das soll der neue Platz ermöglichen: Begegnungen, Gespräche und lebendiges Miteinander. Ein kleiner Dorfplatz auf der Terrasse von Haus Betanien.

Stefan Götz, Einrichtungsleiter der Wohneinrichtung St. Maria, würdigte den Einsatz der angehenden Zimmerer und bedankte sich für die gelungene Umsetzung des Projekts. Sein Dank galt ebenso dem Spender, Erik Egner, Inhaber der St. Michael Apotheke in Krumbach. Er hatte die Finanzierung des Materials übernommen. Das Bauprojekt zeigt, wie praxisnaher Unterricht und soziales Engagement zusammenwirken. Aus einem Ausbildungsprojekt ist ein Ort entstanden, der den Alltag vieler Menschen bereichert.

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