„Perspektivwechsel – Inklusion (er)leben“:

Grundschüler erkunden die Welt aus neuen Blickwinkeln

Datum: 03. August 2026, 15:01 Uhr
Selbsterfahrung beim Rollstuhlparcours: Angeleitet wurden die Schülerinnen von Ulrich Süß (r.) der selbst im Rollstuhl sitzt.

Deisenhausen / 3. August 2026 -  Wie fühlt es sich an, mit einem Rollstuhl eine Rampe zu bewältigen? Wie orientiert man sich mit eingeschränkter Sehkraft? Und wie kommuniziert man ohne Worte? Diesen Fragen gingen die Schülerinnen und Schüler der Klasse 1a der Grundschule Deisenhausen beim Projekttag „Perspektivwechsel – Inklusion (er)leben“ nach.

Gemeinsam mit der Offenen Behindertenarbeit (OBA) der Ambulanten und Offenen Hilfen des Dominikus-Ringeisen-Werks im Landkreis Günzburg organisierte die Schule einen Aktionstag, der den Kindern die Möglichkeit bot, Barrieren aus der Perspektive von Menschen mit Behinderung zu erleben.

An verschiedenen Stationen in der Sporthalle lernten die Kinder unterschiedliche Formen von Beeinträchtigungen kennen. Im Rollstuhl-Parcours erfuhren sie, dass bereits kleine Bordsteine oder Schwellen zu großen Hindernissen werden können. Angeleitet wurden die Schülerinnen und Schüler dabei von Ulrich Süß, der selbst im Rollstuhl sitzt. Mit Simulationsbrillen erhielten sie Einblicke in verschiedene Sehbehinderungen und lernten zudem erste Grundlagen der Gebärdensprache kennen. Eine weitere Station zeigte, wie wichtig klare Sprache, Symbole und feste Strukturen für Menschen sind, die Informationen anders wahrnehmen oder verarbeiten.

„An unserer Schule mit dem Schulprofil Inklusion gehört das gemeinsame Lernen von Kindern mit und ohne Förderbedarf zum Alltag“, sagt Schulleiterin Johanna Schafitel. „Echtes Verständnis entsteht aber oft erst durch eigene Erfahrungen. Deshalb haben wir diesen Projekttag gemeinsam mit der OBA organisiert.“

Für Stefanie Zecha, Leiterin der OBA im Landkreis Günzburg, geht es vor allem darum, Berührungsängste gar nicht erst entstehen zu lassen: „Wir möchten das Verständnis füreinander stärken und gemeinsam überlegen, wie Barrieren im Schulalltag vermieden werden können.“ Der Projekttag soll künftig regelmäßig stattfinden und allen neuen Erstklässlerinnen und Erstklässlern offenstehen.

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