Ursberg, 29. April 2026 – In einem Jahr ist es so weit: Am 4. Mai 2027 eröffnet in Ursberg die Bayerische Landesausstellung. Unter dem Titel „Schwesterherz! Frauen retten Bayern“ widmet sich das Haus der Bayerischen Geschichte einem ebenso bewegenden wie aktuellen Thema. Anhand prägender Notsituationen der bayerischen Geschichte zeigt die Ausstellung, wie Frauen durch ihr Handeln Gesellschaft mitgestaltet und in schwierigen Zeiten entscheidend geholfen haben. Einen ersten Vorgeschmack auf das, was Ursberg erwartet, erhielt kürzlich eine Delegation vor Ort bei der Eröffnung der diesjährigen Landesausstellung „Musik in Bayern“ im TonYversum in Freyung. Dort wurde nicht nur gefeiert, sondern auch genau hingeschaut: Welche Konzepte funktionieren? Was begeistert die Besucherinnen und Besucher? Und was lässt sich für Ursberg mitnehmen?
„Bei den vergangenen Bayerischen Landesausstellungen wurden die richtigen Erfolge nicht in den Metropolen, sondern in den kleinen Dörfern erzielt“, betonte Dr. Richard Loibl, Direktor des Hauses der Bayerischen Geschichte, bei der Eröffnungsveranstaltung mit dem Bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Markus Söder. Eine Aussage, die in Ursberg aufmerksam registriert wurde – und zugleich Rückenwind gibt für das, was hier entsteht.
„Für uns war es wichtig, den Festakt in Freyung zu besuchen, um Eindrücke zu sammeln und Inspiration für Ursberg mitzunehmen“, erklärt Josef Liebl, Geschäftsführer der Bildungs- und Kulturwerkstatt Klosterort Ursberg gGmbH (BUKK), die gemeinsam mit dem Haus der Bayerischen Geschichte die Ausstellung ausrichtet.
Mit dabei waren Vertreterinnen und Vertreter des Dominikus-Ringeisen-Werks, der St. Josefskongregation und der BUKK, also ein Teil jener Partner, die die Landesausstellung 2027 vor Ort mittragen. Gemeinsam mit der Gemeinde Ursberg und dem Landkreis Günzburg beginnt für sie nun spürbar die heiße Phase der Vorbereitung.
Ein zentraler Baustein ist die bauliche Ertüchtigung der Ausstellungsräume im Haus St. Josef. „Vor wenigen Tagen haben wir die Baugenehmigung erhalten. Damit können wir Mitte Mai unmittelbar mit den Maßnahmen starten. Bis Ende des Jahres sollen die Räume fertiggestellt sein, sodass das Haus der Bayerischen Geschichte anschließend mit dem Ausstellungsaufbau beginnen kann“, sagt Dr. Julia Winterstein, Geschäftsführerin der BUKK. Ergänzend wird ein Teil der Ausstellung in der Kapelle St. Florian gezeigt, die ebenfalls entsprechend vorbereitet wird. Neben Klimatisierung und Verdunkelung zum Schutz der Exponate stehen auch Themen wie Brandschutz und Gebäudesicherung im Fokus.
Parallel dazu entsteht ein umfangreiches Rahmenprogramm, das sich über den gesamten Ausstellungszeitraum vom 4. Mai bis 7. November 2027 erstreckt. „Wir möchten ein vielfältiges Angebot schaffen, das unterschiedlichste Zielgruppen anspricht, von Familien über Schulklassen bis hin zu Fachpublikum“, sagt Josef Liebl. Geplant sind unter anderem Führungen, kulturelle Veranstaltungen sowie Bildungsangebote für Erwachsene und Menschen, die in sozialen, pädagogischen und pflegerischen Berufen tätig sind.
Ein wichtiger Meilenstein steht bereits fest: „Bis zum Sommer wollen wir die großen Programmpunkte terminlich fixiert haben, um frühzeitig in die Bewerbung einsteigen zu können“, erläutert Dr. Julia Winterstein. Gerade Reiseveranstalter, Verbände und Organisationen planen ihre Programme weit im Voraus, genau diese Gruppen sollen gezielt angesprochen werden.
Neben Bau und Rahmenprogramm stehen zahlreiche weitere Aufgaben auf der Agenda: die Mitgestaltung der Eröffnung, die Gewinnung von Personal für den Ausstellungsbetrieb sowie die Planung der Infrastruktur vor Ort – von zusätzlichen Parkmöglichkeiten über gastronomische Angebote bis hin zu sanitären Einrichtungen.
Trotz des umfangreichen Aufgabenpakets überwiegt die Vorfreude. „Die Bayerische Landesausstellung ist eine einmalige Chance für Ursberg“, betont Josef Liebl. „Wir wollen diese Gelegenheit bestmöglich nutzen – mit einer Ausstellung für alle und mit Impulsen, die weit über das Jahr 2027 hinauswirken.“