Olympia 2024 in Schwaben: Vor Paris kommt Ursberg

Dominikus-Ringeisen-Werk und Ringeisen-Gymnasium: Bei der inklusiven Veranstaltung gab es eine siegreiche Nation, sonst aber nur Gewinner

Datum: 09. Juli 2024, 15:12 Uhr
Farbenfroh, inklusiv, einfach ein tolles Fest: Die vorgezogenen „Olympischen Sommerspiele“ fanden auf dem Ursberger Sportplatz statt.

Ursberg / 09. Juli 2024 – „Das Wesentliche ist nicht gesiegt, sondern gut gekämpft zu haben“, sagte einst Pierre de Coubertin, der Vater der neuzeitlichen Olympischen Spiele. Wenige Wochen vor der wohl größten Sportveranstaltung dieses Jahres in Paris fand mit dem Sportfest „Olympia in Ursberg“ ein Wettkampf statt, der es in punkto Buntheit, Vielfalt und zwischenmenschlichem Verständigungswillen mit den internationalen Wettkämpfen in Frankreich durchaus aufnehmen kann. 22 Schülerinnen der Klasse 11a des Ringeisen-Gymnasiums hatten ein inklusives Sportfest organisiert, an dem 87 Mitschüler der 9. Klassen sowie 33 Schülern der Dominikus-Schule und 31 Beschäftigte der Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) sowie drei Besucher der Förderstätten des Dominikus-Ringeisen-Werks (DRW) teilnahmen. 

Spiele für alle Sinne

Sie bildeten 12 gemischte Teilnehmergruppen von sechs bis acht Mitgliedern, die jeweils eine Länderflagge als Erkennungszeichen in Empfang nahmen, gemeinsam auf den Sportplatz in Ursberg einmarschierten und zunächst ein Warmup absolvierten. An den folgenden 12 Spielstationen, die sich die Oberstufenschüler ausgedacht hatten, standen Geschicklichkeit und Fingerspitzengefühl im Vordergrund: beim „Hula-Hoop Reifen“-Werfen oder beim Abtragen eines Turms aus Pappbechern auf Bierdeckeln, ohne dass dieser zusammenstürzen durfte. Pantomimischer Einfallsreichtum war beim Sportartenraten gefragt und Abenteuerlust bei der Suche nach im Sand vergrabenen Gegenständen. Ein nasser Spaß war das Zerschießen einer Partybecherpyramide mittels Wasserspritzpistole. „Wir haben darauf geachtet, dass bei den Spielen alle Sinne angeregt und die Fähigkeiten der Wettkämpfer berücksichtigt werden“, erklärten Mirjana und Selina vom Organisationsteam des Ringeisen-Gymnasiums. 

Medaillen für alle Teilnehmer

„Ich hätte heute beinahe noch einen anderen Termin gehabt. Ich bin so froh, dass der ausgefallen ist und ich hier mitmachen konnte“, sagte ein glücklicher Wettkampfteilnehmer. Glück, Jubel und Freudentränen gab es auch, weil es neben einer Teilnehmerurkunde erstmals eine von der Ursberger Schreinerei hergestellte und von der WfbM gesponserte Medaille aus Holz für alle Beteiligten Sportler gab. So überreichte Schwester Katharina Wildenauer – als Generaloberin das Gesicht der St. Josefskongregation – die Urkunden. Christiane Nerb, Schulleiterin der Dominikus Schule und Andreas Merz, Schulleiter des Ringeisen-Gymnasiums, hängten den Sportlern die Medaillen um. „Für unsere Werkstattbeschäftigten ist das eine großartige Gelegenheit, andere Menschen zu treffen“, sagte Helga Petrik. „Es gibt einige unter ihnen, die ihre Urkunde noch tagelang mit sich herumtragen werden.“ Umso freudiger wurde der Abschiedsgruß der Veranstalter zum Auszug der Sportler bejubelt: „Tschüss und bis zum nächsten Jahr.“ 

Übrigens errang Spanien den ersten Platz unter den teilnehmenden „Nationen“. Doch das war angesichts des gelebten olympischen Mottos am Ende nur eine Randnotiz.

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