Ein Leuchtturm zum Stiftungs-Jubiläum

Wie das Dominikus-Ringeisen-Werk mit einer ungewöhnlichen Aktion auf Menschen mit Behinderung aufmerksam machen möchte

Ein Leuchtturm in Mittelschwaben? Das wäre eine ziemlich ungewöhnliche Erscheinung. Es gibt weder Schiffe die man warnen, noch Untiefen auf die man aufmerksam machen müsste. Für wen oder was sonst also braucht man diese besondere Strahlkraft? „Immer wieder gibt es Projekte und Anlässe, auf die wir die Menschen um uns herum in besonderer Weise aufmerksam machen sollten“, meint Martin Dietmaier-Koch vom Dominikus-Ringeisen-Werk. Er hat zu einem solchen Anlass die Idee vom Leuchtturm entwickelt: Vor 25 Jahren, am 1. Januar 1996, wurde das Dominikus-Ringeisen-Werk in eine kirchliche Stiftung überführt. Dieses Jubiläum wird in diesem Jahr gefeiert – unter anderem mit dem „#LeuchtturmDRW“.

Zwar begleitet das Dominikus-Ringeisen-Werk bereits schon seit fast 140 Jahren an zahlreichen Orten in Bayern Menschen mit Behinderung. Die Entscheidung der Schwestern, die Organisation in eine Stiftung zu überführen, weil ihre Gemeinschaft auf Dauer den Anforderungen des groß gewordenen Werks nicht mehr gewachsen war, sicherte ihm allerdings den Fortbestand.Das 25-jährige Bestehen der Stiftung Dominikus-Ringeisen-Werk will Dietmaier-Koch nutzen, grundsätzlich die Kernthemen der Sozialeinrichtung mittels eines echten Leuchtturms aufzugreifen. Und der steht in Ursberg, direkt an der B300. Dort wurde dafür das Turmzimmer des historischen Treppenturms des Haus St. Maria mit einer Lichtanlage ausgestattet. „An wichtigen Tagen soll das bunte Licht weit ins Mindeltal strahlen und damit ein Zeichen setzen“, erklärt Dietmaier-Koch der im religionspädagogischen Fachdienst arbeitet. Denn das Thema Behinderung sei gesellschaftlich leider immer noch eine Randerscheinung. Dabei könne es jeden Menschen treffen. „Wir begleiten viele Menschen, die von einer Sekunde auf die andere auf Unterstützung angewiesen sind. Sei es durch einen schweren Unfall oder eine Erkrankung. Über 80 Prozent aller Behinderungen erwerben Menschen erst im Laufe ihres Lebens.“ Der #LeuchtturmDRW soll daran erinnern und für die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung sensibilisieren. „Es gibt sehr viele Tage, die das Thema Behinderung aufgreifen und vor allem eine ganz wichtige Aufgabe in unserer Gesellschaft, nämlich Inklusion. Das bedeutet, dass jeder Mensch ganz natürlich dazu gehört. Egal wie man aussieht, welche Sprache man spricht oder ob man eine Behinderung hat oder nicht“, sagt Dietmaier-Koch. Daran erinnert beispielsweise der Tag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung am 5. Mai oder der Welt-Autismus Tag am 2. April. „An diesen und weiteren wichtigen Gedenktagen rund um die Themen Behinderung, Inklusion und Pflege wird unser Leuchtturm jeweils in passenden Farben strahlen“, so Dietmaier-Koch. Auf den Social-Media-Kanälen erklärt das Dominikus-Ringeisen-Werk die jeweiligen „Leuchttage“.

Alexander Majdan freut sich über dieses Projekt. Er leitet die Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) im Haus St. Maria in Ursberg und hat damit die Verantwortung für den Teil des historischen Gebäudes, in dem sich auch der Leuchtturm befindet. „Bisher war eine Nutzung dieses wunderschönen Zimmers aus Brandschutzgründen leider nicht möglich, da ein zweiter Fluchtweg fehlt. Die Idee, daraus einen Leuchtturm zu machen, ist genial“, sagt er und freut sich gemeinsam mit Martin Dietmaier-Koch auf den Weltfrauentag am 8. März. Denn dann wird der Leuchtturm ein Zeichen setzen für Frauenpower. „Ohne die könnten wir hier im Dominikus-Ringeisen-Werk und in der Pflege ganz allgemein einpacken“, sagt Dietmaier-Koch. Die Farbe stehe auch schon fest: „Unser Leuchtturm strahlt dann natürlich in Pink.“

Martin Dietmaier-Koch (links) hat den #LeuchtturmDRW initiiert.
Mit Unterstützung von Alexander Majdan, Abteilungsleitung der
WfbM im Haus St. Maria, konnte im dortigen Turmzimmer
eine Lichtanlage installiert werden

 

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