„Haus Amalia“ ist nur der erste Schritt zu einem neuen Fachzentrum in Krumbach

Das Dominikus-Ringeisen-Werk eröffnet eine neue Einrichtung für Menschen mit erworbener Hirnschädigung – Das Mietangebot des BRK im Seniorenzentrum Krumbach kam genau richtig

Datum: 11. Juni 2021, 13:03 Uhr
Festgottesdienst und Segnung
Impressionen vom Festgottesdienst und der Segnung von "Haus Amalia" in Krumbach

Krumbach/11. Juni 2021 – Das Dominikus-Ringeisen-Werk (DRW) erweitert mit dem neuen „Haus Amalia“ sein Angebot für Menschen mit erworbener Hirnschädigung in Krumbach. Nach einer Hirnschädigung durch Krankheit oder Unfall sind Betroffene aus ihrer gewohnten Lebenswelt gerissen und auf Dauer auf Hilfe angewiesen. Die laut Einrichtungsleiterin Franziska Laure-Miller stetig wachsende Nachfrage dieses Personenkreises nach adäquaten Wohn- und Arbeitsmöglichkeiten konnte allein mit der bestehenden Wohneinrichtung „Haus Anselm“ in der Brunnenstraße nicht mehr gedeckt werden. „Im Sommer 2020 kam Daniel Freuding vom BRK auf uns zu und bot uns das leerstehende ehemalige Gartengeschoss im Seniorenzentrum Krumbach zur Miete an. Das Angebot kam genau richtig und wir haben es gerne angenommen“, erzählt Laure-Miller.

Die neue Wohneinrichtung „Haus Amalia“ wird seit dem 1. Juni 2021 betrieben. Sechs Bewohner sind bereits eingezogen, 12 Plätze stehen insgesamt zur Verfügung. „Wir haben sehr viele Anfragen und sind vermutlich schon bald voll“, ist Laure-Miller überzeugt. Neue Bewohner auf einen Schlag aufzunehmen sei jedoch sowohl für Bewohner als auch für Mitarbeiter schwierig. „Wir gestalten eine für alle Beteiligten angemessene Aufnahmesituation mit einem Bewohner pro Monat, damit sich alle gut aneinander gewöhnen können.“

Einfach nur in das Krumbacher Seniorenzentrum einmieten will sich das Dominikus-Ringeisen-Werk allerdings nicht. „Wenn es die Pandemie zulässt, möchten wir übergreifende Angebote gemeinsam mit dem Seniorenzentrum machen. Unsere jüngste Bewohnerin ist 21 Jahre alt. Andere Bewohner sind zwischen 30-50 Jahren. Da kann man schon fast von einem Mehrgenerationenhaus sprechen“, meint Franziska Laure-Miller lachend. „Wir können uns vorstellen, dass unsere Bewohner Angebote für die Senioren machen, wie z.B. Lesestunden“, wagt sie einen beherzten Blick in die Nach-Corona-Zukunft.

„Haus Amalia“ soll allerdings nur ein erster Schritt zum Ausbau von Wohn- und Arbeitsmöglichkeiten für Menschen mit erworbener Hirnschädigung am DRW-Standort Krumbach sein. Beispielsweise plant das Dominikus-Ringeisen-Werk das Angebot von Appartements außerhalb von Wohngemeinschaften auszubauen. Diese Wohnform ist für Bewohner geeignet, die in größtmöglicher Selbstständigkeit leben möchten. Außerdem soll es mehr Förderstättenplätze geben. An entsprechenden räumlichen Konzepten wird bereits gearbeitet. Die Fachlichkeit der Mitarbeitenden des DRW wird außerdem durch eine Fortbildung zur „Fachkraft für Menschen mit erworbener Hirnschädigung“ erweitert. In Zukunft wird das DRW diese Fachleute selbst ausbilden.

In Krumbach werden von der DRW-Region Günzburg/Neu-Ulm neben den stationären Wohneinrichtungen „Haus Anselm“ mit angegliederter Förderstätte und „Haus Amalia“ zudem die Förderstätte im Café Nimm Platz am Marktplatz betrieben. Neben weiteren ambulanten Diensten und der offenen Behindertenarbeit verantwortet das DRW in Krumbach zudem die Werkstatt 180 GRAD für Menschen mit psychischen Handicaps. Die Stiftung Dominikus-Ringeisen-Werk wird in diesem Jahr 25 Jahre alt.

Konrakt zu den Wohneinrichtungen in der Region Günzburg/Neu-Ulm

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