Das Dominikus-Ringeisen-Werk geht weiteren Schritt in Richtung Klimaneutralität

Sozialunternehmen stellt zehn Elektroautos in Dienst, weitere sollen folgen – Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor werden aussortiert – CO2-Einsparung von 6,5 Tonnen im Jahr

Elektroautos auf dem Klosterhof in Ursberg
Der Elektrofuhrpark des Dominikus-Ringeisen-Werks wächst stetig. Neben E-Fahrrädern und E-Kleintransportern kamen jetzt 10 E-Caddys für den Personentransport dazu, die eigens umgerüstet wurden.

Ursberg/18. Dezember 2020 – Das Dominikus-Ringeisen-Werk (DRW) geht den nächsten Schritt in Richtung klimaneutrales Sozialunternehmen. Die in drei Regierungsbezirken tätige kirchliche Stiftung für Menschen mit Beeinträchtigung stellte jetzt zehn E-Autos in Dienst, die eigens auf den klimafreundlichen Elektroantrieb umgerüstet wurden. Diese E-Autos sind für Wohneinrichtungen von Menschen mit Behinderung an den Standorten Aschaffenburg, Ursberg, Pfaffenhausen sowie Kloster Holzen und Augsburg bestimmt. „Teilhabe am gesellschaftlichen Leben von Menschen mit Handicap kann nur gelingen, wenn die persönliche und individuelle Mobilität dieser Personengruppe möglich ist“, sagte Josef Liebl vom Vorstand des DRW bei der Übergabe der Fahrzeuge. „Mit den neuen E-Autos können wir jetzt besonders Kurzstreckenfahrten zum Einkaufen, Arzt oder für Freizeitaktivitäten ökologisch sinnvoller durchführen.“  Weitere Stromer im DRW sollen in Kürze dazukommen.

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Unter Beratung der Handwerkskammer Schwaben wurde zunächst eine Fuhrparkanalyse bei rund 220 Fahrzeugen im DRW durchgeführt, darunter sowohl PKW als auch LKW. Fahrtenbücher mehrerer Jahre wurden ausgewertet, die Laufleistung, Motorisierung und CO2-Emissionen einzelner Modelle erhoben und kritisch begutachtet. Das Ergebnis war eindeutig: In der DRW-Fahrzeugflotte befanden sich Benziner und Diesel, die in der jährlichen Fahrleistung weit unter 20.000 Kilometern blieben, weil sie fast ausschließlich auf Kurzstrecken eingesetzt wurden. „Auf Grundlage dieser Analyse haben wir uns entschlossen, acht Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor gegen zehn E-Autos auszutauschen“, berichtet Josef Liebl. Das DRW hat errechnet, dass durch diese Maßnahme jährlich rund 6,5 Tonnen CO2 zusätzlich eingespart werden können. Gefördert wird dieser Wechsel von der Bundesregierung mit einem Umweltbonus in Höhe von 90.000 Euro. Die Elektrofahrzeuge werden vom DRW geleast.

E-Autos „Made in Schwaben“

Die Wahl für einen auf die Bedürfnisse von Menschen mit Einschränkungen ausgerichteten Stromer fiel schließlich auf den ABT e-Caddy von Volkswagen. Da dieses geräumige Modell jedoch nicht bereits ab Werk mit Elektroantrieb angeboten wird, hat sich die Kemptener Firma ABT Sportsline GmbH, weltgrößter Veredler für Fahrzeuge von Audi und VW, der Umrüstung der Fahrzeuge angenommen. Das Grundfahrzeug kommt von Volkswagen Nutzfahrzeuge, die elektrischen Umfänge und der Umbau erfolgten durch ABT e-Line. Die vom Premium-Partner von Volkswagen Nutzfahrzeuge elektrifizierten Fahrzeuge sind auf Höchstgeschwindigkeiten von 90 km/h, optional bis 120 km/h, ausgelegt. Die kombinierte Reichweite beläuft sich auf bis zu 159 Kilometer mit einer Batterieladung und bis zu 167 Kilometer im Stadtverkehr. Die Batterie ist mit Wechselstrom an einer 7,2 kW-Wallbox in rund fünf Stunden wieder vollständig aufgeladen. An einer Schnellladestation mit 50 kW erfolgt dieser Vorgang in rund 50 Minuten zu 80 Prozent Ladeleistung. Als Produktionsdienstleister von ABT hat die Firma AL-KO Fahrzeugtechnik aus Kötz in ihrem Werk Günzburg-Deffingen die Demontage der Verbrennungsmotoren und den anschließenden Einbau der Elektromotoren inklusive Getriebe und Batterie übernommen. Die ausgebauten Verbrennungsmotoren wurden anschließend wieder an VW zurückgegeben. „Ausgeliefert hat die Fahrzeuge das Autohaus Schwehr aus Krumbach, das auch den Service übernehmen wird“, komplettierte Josef Liebl die regionale Beschaffungshistorie der neuen DRW-E-Autos. „Wir fahren also mit Elektroautos ‚Made in Schwaben‘.“ Die nötige Ladeinfrastruktur, die an jeder „E-Tanksäule" mit Wallbox-Ladesystemen ausgestattet ist, wurde in den letzten Wochen vom DRW-Bau- und Elektrobetrieb an den Bestimmungsorten der E-Autos installiert.

DRW stellt seine Energie nachhaltig selbst her

Das DRW verfolgt bei den Themen Nachhaltigkeit und Klima ein ehrgeiziges Ziel: „In absehbarer Zeit möchten wir CO2-neutral bei Strom und möglichst auch bei der Wärmegewinnung werden“, sagte Michael Winter, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des DRW. Bereits heute kommen Strom und Wärme beispielsweise am Standort Ursberg aus Wasserkraft, Photovoltaik, einer Hackschnitzel-Anlage sowie modernen Blockheizkraftwerken, die im Jahr 3.590 Tonnen CO2 einsparen. Außerdem wurden 2018 über 80 Pedelecs (E-Fahrräder) für Menschen mit Behinderung sowie für Mitarbeitende in Verwaltung und in DRW-Handwerksbetrieben angeschafft. Seit Anfang 2019 gibt es zudem zwei E-Kleintransporter für den DRW-Elektrobetrieb. So werden Kurzstreckenfahrten mit Verbrennungsmotor insbesondere am DRW-Großstandort Ursberg überflüssig. Auf das Gesamtwerk bezogen betreibt das DRW zur Energiegewinnung insgesamt 12 Blockheizkraftwerke, drei Photovoltaik- und drei Biomasse-Anlagen. Insgesamt liegt der Jahresertrag an Strom auf das Gesamtwerk bezogen bei über 12 Millionen Kilowattstunden und an Wärme bei über 29 Millionen Kilowattstunden.

Zum Dominikus-Ringeisen-Werk

In den bayerischen Regierungsbezirken Schwaben, Oberbayern und Unterfranken an über 30 Standorten begleitet das Dominikus-Ringeisen-Werk ca. 5.000 Menschen mit einer geistigen Behinderung, Lernbehinderung, mehrfacher Behinderung, Sinnesbehinderung, Autismus, erworbener Hirnschädigung, psychischer Erkrankung und Menschen im Alter. Am Standort Ursberg (Landkreis Günzburg), dem Stammsitz der kirchlichen Stiftung, leben ca. 900 Menschen mit Handicap. Über 4.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind für das Dominikus-Ringeisen-Werk tätig.

Ihr Ansprechpartner:
Dominikus-Ringeisen-Werk
Referat Öffentlichkeitsarbeit
Manuel Liesenfeld
08281 92-2075
manuel.liesenfeld@drw.de

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