Ursberg / 20. Oktober 2026 - Bei einer sogenannten Stabsrahmenübung wurde am vergangenen Samstag ein fiktiver Großbrand mit mehreren Verletzten im Dominikus-Ringeisen-Werk (DRW) in Ursberg simuliert. Ziel der Übung war es, die Zusammenarbeit und Kommunikation der Führungsebenen von Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz unter realistischen Bedingungen zu erproben. Die Übung wurde ausschließlich als Führungs- und Kommunikationsübung durchgeführt. Deshalb waren weder Feuerwehrfahrzeuge mit Blaulicht unterwegs, noch gab es tatsächliche Evakuierungen oder Rettungseinsätze.
Das Übungsszenario begann mit einem Brand in der Zentralküche des DRW. Im weiteren Verlauf verschärfte die Übungsleitung die Lage durch zusätzliche Ereignisse: Ein örtlich begrenzter Stromausfall, ein weiterer Brand in der Wäscherei unter Beteiligung von Chemikalien sowie eine fiktiv nicht ausreichende Löschwasserversorgung stellten die Einsatzleitungen vor immer neue Herausforderungen. Hinzu kam ein angenommener Massenanfall von Verletzten (MANV). Schließlich ergaben sich im fiktiven Einsatzgeschehen auch Hinweise auf eine vorsätzliche Straftat als Ursache der Ereignisse. Einzelne Schadenslagen wurden dabei bewusst zugespitzt, um möglichst viele Aspekte eines komplexen Katastrophenfalls beüben zu können.
Eine besondere Herausforderung bildeten die notwendigen Evakuierungen im östlichen Ortsteil Oberrohr sowie in Wohnheimen des Dominikus-Ringeisen-Werks. Dabei wurden auch die Verlegung von Bewohnerinnen und Bewohnern in geeignete Einrichtungen sowie die damit verbundenen organisatorischen und kommunikativen Abläufe durchgespielt.
An der Übung beteiligt waren die Sanitätseinsatzleitung und die Örtliche Einsatzleitung mit ihren jeweiligen Unterstützungsgruppen. Zudem waren die Führungsgruppe Katastrophenschutz des Landratsamts, die Kreisfeuerwehrinspektion, die Schwestern- und Werkfeuerwehr des Dominikus-Ringeisen-Werks sowie die Freiwillige Feuerwehr Bayersried-Ursberg-Premach vertreten. Auch das interne Krisenmanagement des Dominikus-Ringeisen-Werks nahm an der Übung teil.
Die Örtliche Einsatzleitung, die in realen Einsätzen die operative Leitung übernimmt, richtete ihre Befehlsstelle im Rathaus Thannhausen ein. Die Gesamtleitung des fiktiven Szenarios lag bei der Führungsgruppe Katastrophenschutz, die hierfür die vorgesehenen Räume im Landratsamt Günzburg nutzte. Das angenommene Szenario stellte hohe Anforderungen an die Beteiligten: Professionelle Kommunikation, strukturierte Zusammenarbeit und klare Aufgabenverteilung waren entscheidend. Solche Übungen sind essenziell, um im Ernstfall reibungslos handeln zu können. Da Großschadenslagen glücklicherweise selten eintreten, ist die regelmäßige Vorbereitung durch Übungen umso wichtiger.
Veranlasst wurde die Übung vom Landratsamt Günzburg. Die Übungsleitung bestand aus Mitarbeitern des Landratsamts, der Kreisfeuerwehrinspektion, des Rettungsdienstes und der Feuerwehr.
Das Dominikus-Ringeisen-Werk zeigte sich mit der Zusammenarbeit und der Arbeit der beteiligten Kräfte sehr zufrieden. „Wir hoffen natürlich, dass wir eine solche Situation niemals erleben müssen. Gerade weil bei uns viele Menschen mit Unterstützungsbedarf leben und arbeiten, ist eine gute Vorbereitung besonders wichtig. Die Übung hat gezeigt, wie wertvoll funktionierende Führungsstrukturen und eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten sind“, sagte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Michael Winter. Gleichzeitig habe man bei vergangenen Krisen wie der Corona-Pandemie oder dem Jahrhunderthochwasser 2024 erlebt, dass man sich auf die Mitarbeitenden und die Menschen im Umfeld des DRW verlassen könne.
„Diese große Hilfsbereitschaft und der Zusammenhalt sind neben allen professionellen Strukturen eine ganz wesentliche Stärke, auf die wir auch in Zukunft bauen. Unser herzlicher Dank gilt allen, die sich für die Sicherheit der Menschen in Ursberg engagieren“, so Michael Winter.
Text: Landratsamt Günzburg, Dominikus-Ringeisen-Werk