Ursberg, 23. Oktober 2026 – Die Bayerische Landesausstellung 2027 „Schwesterherz! Frauen retten Bayern“ findet vom 4. Mai bis 7. November 2027 in den Klosteranlagen des Dominikus-Ringeisen-Werks in Ursberg statt. Bei einer Veranstaltung am 22. Oktober im Münchner Café Luitpold gaben Kunstminister Markus Blume und Vertreter des Hauses der Bayerischen Geschichte Einblicke in das Konzept der Ausstellung. Dr. Julia Winterstein, Geschäftsführerin der Bildungs- und Kulturwerkstatt Klosterort Ursberg gGmbH, stellte den Klosterort als Ausstellungsort und das geplante Rahmenprogramm vor. Zudem wurde die künstlerisch-mediale Lichtschau der Lichtkünstlerin Vanessa Hafenbrädl vorgestellt, die in der Kapelle St. Florian zu sehen sein wird.
Frauen, die Bayern geprägt haben
Die Ausstellung erzählt von Frauen, die in den vergangenen 200 Jahren Verantwortung übernommen, anderen geholfen und gesellschaftliche Veränderungen angestoßen haben. Zu ihnen gehören die Wissenschaftspionierin Adele Hartmann, die Widerstandskämpferin Sophie Scholl und die 68er-Ikone Uschi Obermaier. Anhand konkreter Lebensgeschichten und historischer Situationen zeigt die Schau, wie Frauen auf Krisen reagierten, sich für andere einsetzten und für mehr Rechte kämpften.
Der historische Rundgang beginnt 1816, dem „Jahr ohne Sommer“. Unwetter, Missernten und Inflation brachten große Teile der Bevölkerung in Not. Frauen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten sammelten Spenden oder versorgten Bedürftige in Suppenküchen. In den Fabriken erhoben Arbeiterinnen wie Therese Studer ihre Stimme für bessere Bedingungen. Ellen Ammann gründete später die Bahnhofsmission, die Frauen eine sichere Anlaufstelle bieten sollte.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Kampf um Gleichberechtigung. Künstlerinnen und Frauenrechtlerinnen setzten sich für gesellschaftliche Veränderungen ein. Die Ausstellung begleitet die Krankenschwester Paula Schlier bei ihrer Arbeit in einem Lazarett während des Ersten Weltkriegs und stellt Frauen vor, die während der NS-Zeit Unrecht dokumentierten und Widerstand leisteten. Sie zeigt außerdem, wie Frauen den Zugang zu Bildung erkämpften und nach dem Zweiten Weltkrieg als Ärztinnen, Architektinnen, Bauunternehmerinnen und Journalistinnen zum Wiederaufbau beitrugen. Auch aktuelle Fragen werden aufgegriffen: Frauen kämpfen weiterhin für körperliche Selbstbestimmung, gerechte Bezahlung und Gleichberechtigung. Zeitzeuginnen berichten von ihren Erfahrungen, davon, wem sie helfen, und davon, wo sie selbst Unterstützung benötigen.
Kunstminister Markus Blume betonte: „Weiß-blaue Frauenpower! Die Bayerische Landesausstellung ‚Schwesterherz! Frauen retten Bayern‘ rückt Frauen ins Rampenlicht, die geholfen, geheilt und unser Land verändert haben – von der Wissenschaftspionierin Adele Hartmann über die Widerstandskämpferin Sophie Scholl bis zur 68er-Ikone Uschi Obermaier. Schon 1899 kamen hier im Café Luitpold in München Frauen aus ganz Bayern zusammen, um beim ersten Allgemeinen Bayerischen Frauentag für mehr Rechte einzutreten und Veränderungen anzustoßen. Die Landesausstellung knüpft an diesen Aufbruch an und zeigt, wie Frauen Bayern geprägt haben – durch ihren Einsatz für andere ebenso wie durch ihren Mut, neue Wege zu gehen. Mit Ursberg und Dillingen stehen zwei Orte im Mittelpunkt, an denen Hilfe und Fürsorge tief verwurzelt sind. Eine inklusive Ausstellung, Angebote für alle Sinne und besondere künstlerische Akzente machen die Geschichte auf vielfältige Weise erlebbar. Die Vorfreude steigt – bleiben Sie gespannt!“
Neben den historischen Inhalten steht das Ausstellungserlebnis für Menschen mit und ohne Behinderung im Mittelpunkt. Geplant sind Mitmachstationen, mediale Angebote und vielfältige Möglichkeiten, die Themen mit allen Sinnen zu erfahren. Ein besonderer künstlerischer Akzent ist die Lichtschau von Vanessa Hafenbrädl in der Kapelle St. Florian.
Dr. Richard Loibl, Direktor des Hauses der Bayerischen Geschichte, ergänzte: „Wichtig ist uns nicht nur die inhaltliche Präsentation der vielen Frauenthemen, sondern das immersive Gesamterlebnis für die Gäste mit und ohne Behinderung, die nach Ursberg kommen. Als zusätzliche Attraktion präsentiert die Lichtkünstlerin Vanessa Hafenbrädl eine künstlerisch-mediale Lichtschau in der Kapelle St. Florian, die noch tiefer ins Thema eintauchen lässt. Die Landesausstellung bietet eine packende Gestaltung, zahlreiche Mitmachstationen, vielfältige inklusive Angebote, eine spannende mediale Aufbereitung und ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm der Partner.“
Rahmenprogramm im Klosterort Ursberg
Das Begleitprogramm steht unter dem Leitmotiv "Frauen - Soziales - Gesundheit" und erstreckt sich über den gesamten Ausstellungszeitraum. Dr. Julia Winterstein erklärt: „Wir liegen mitten im Herzen Schwabens und haben für Jung und Alt, für Menschen mit und ohne Behinderung, ein vielfältiges Angebot. Dazu gehören Konzerte, Lesungen, Fachvorträge und ganz wichtig auch Führungen durch die verschiedenen Bereiche des Dominikus-Ringeisen-Werks. Da ist für alle etwas dabei.“ Zu den geplanten Veranstaltungen zählen der Schwabentag des Bezirks Schwaben am 3. und 4. Juli 2027, der Blaulichttag am 19. September und der Tag der offenen Tür in Ursberg am 17. Oktober 2027. Führungen ermöglichen Einblicke in Orte und Arbeitsbereiche des DRW. Möglich sind unter anderem Besuche des Therapiehofs St. Leonhard, der Hostienbäckerei, des Energiezentrums, der Werkstätten und ein geführter Spaziergang durch Ursberg. Ergänzend organisiert Donautal Aktiv e.V. das Kulturjahr 2027 „Schwesterherz verbindet – Frauen. Geschichten. Kultur.“ mit zahlreichen Veranstaltungen in den Landkreisen Günzburg und Dillingen.
Eine Übersicht der Veranstaltungen gibt es unter landesausstellung-ursberg.de/rahmenprogramm.