Ängste verstehen, Stress bewältigen, Ressourcen stärken

Gesundheitstage stellen das psychische Immunsystem in den Mittelpunkt

Datum: 26. Oktober 2026, 15:54 Uhr
Bernd Hegele, Nicole Lutzmann, Bernd Mayer (alle AOK Günzburg), Personalleiter Stefan Zielinski, Vorstandsvorsitzender Martin Riß, MAV-Vertreter Richard Wiest, Tanja Geiger (Teamleitung, Gesundheit und Sicherheit)
Reaktiv-Walking mit Gewichten
Vielfältige Angebote und Vorträge gab es bei den Gesundheitstagen des Dominikus-Ringeisen-Werks in Ursberg

Ursberg / 26. Oktober 2026 / Angst- und Stressbewältigung, mentale Fitness und Suchtprävention sind Themen, die angesichts der vielfältigen Herausforderungen des modernen Berufslebens zunehmend an Bedeutung gewinnen. Bei den Gesundheitstagen des Dominikus-Ringeisen-Werkes (DRW) bot eine ganze Reihe von ebenso informativen wie lebensnahen Fachvorträgen den Mitarbeitenden die Gelegenheit, den bewussten Umgang mit beruflichen Herausforderungen in den Blick zu nehmen. Impulse für die körperliche Gesundheit konnten die Mitarbeitenden bei verschiedenen Angeboten wie Rückencheck, Beweglichkeitsdiagnostik oder auch Ganganalyse mitnehmen. Eine bunte Auswahl an gesunden Snacks und Getränken aus der Zentralküche des DRW trug den Themen der zweitägigen Veranstaltung ebenfalls Rechnung.

Bereits zum dritten Mal veranstaltete das Dominikus-Ringeisen-Werk die Gesundheitstage für seine Mitarbeitenden in Ursberg. Ziel der zweitägigen Veranstaltung war es, das Gesundheitsbewusstsein der Beschäftigten zu stärken und ihnen Anregungen für einen gesundheitsbewussten Berufs- und Lebensalltag mitzugeben. Unterstützt wurde das DRW dabei von seinem Gesundheitspartner AOK, der mit verschiedenen Angeboten und Gesundheitsmessungen vor Ort vertreten war.

Wie eng körperliche und seelische Gesundheit miteinander verbunden sind, verdeutlichte Vortragsredner und Buchautor Josef Epp. „Wer einmal auf einer glatten Straße gestürzt ist, für den wird der nächste Schritt zur Überwindung.“ Wenn die Angst vor einem weiteren Sturz dann so groß werde, dass ein Mensch womöglich den ganzen Winter über das Haus nicht mehr verlasse, führe das neben Bewegungsmangel unter Umständen auch zu einer Verringerung der Sozialkontakte und einem Mangel an geistigen Anregungen.

Das zeige, wie eng körperliche und geistige Fitness miteinander verbunden seien und welche Rolle Ängste dabei spielen können, so Epp. Psychische Erkrankungen seien längst ein bedeutender Faktor bei krankheitsbedingten Fehlzeiten. Angststörungen spielten dabei eine bedeutende Rolle, wie der Referent anhand einer Statistik zeigte.

Gerade für Mitarbeitende im sozialen Bereich enden die Belastungen oft nicht mit dem Feierabend. Berufliche Sorgen werden mit nach Hause genommen, persönliche Probleme wirken in den Arbeitsalltag hinein. Wie sich unter diesen Bedingungen die Widerstandskraft stärken lässt, zeigte Ottmar Pfanz-Sponagel an zahlreichen praktischen Beispielen in seinem Vortrag zur mentalen Fitness. Befreiendes Lachen und lebhafter Austausch unter den Zuhörenden bestätigten das Versprechen des Sportökonomen und AOK-Bewegungsexperten, dass kinesiologische Übungen – also Körperübungen, die die rechte und linke Hirnhälfte miteinander verknüpfen – ganz ausgezeichnet zur Stressbewältigung taugen. Eine ganze Reihe der Zuhörenden wollte gleich noch am selben Abend einen anderen Nachhauseweg wählen oder versuchen, sich die Zähne linkshändig zu putzen. Das Landratsamt Günzburg informierte in einem Vortrag über die Themen „Vorsorgevollmacht, Betreuungs- und Patientenverfügung“.

Einen besonderen Akzent bei der Gesundheitsfürsorge und Krankheitsprävention setzte die iTCM Klinik Illertal aus Illertissen mit ihren Informationsangeboten zu Kräutertherapie, Pulsdiagnose, Qigong und Akupunktur. Auf lebhaftes Interesse bei den weiblichen Beschäftigten stieß ein Vortrag über die Wechseljahre von Dr. Christina Sturm. Auch die Infostände des VdK und der Suchtfachambulanz Günzburg der Caritas boten attraktive Möglichkeiten zum Austausch und zur Information. Am Rauschbrillenparcours bestand die Möglichkeit, nüchtern und gefahrlos die Auswirkungen von Alkoholkonsum auf die eigene Reaktionszeit auszuprobieren. Die Mitarbeiterseelsorge des DRW informierte über ihr Angebot an Pilgerreisen, Besinnungstagen und Workshops, die den Mitarbeitenden ebenfalls Möglichkeiten für den nötigen Ausgleich zum Arbeitsalltag bieten können.

Text: Petra Nelhübel

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